Auch wenn Millionen schmerzgeplagter Menschen
gerne auf sie verzichten würden, erfüllen Schmerzen
im Normalfall wichtige Funktionen. Akuter Schmerz ist ein Alarmsignal.
Er warnt uns, wenn im Körper etwas nicht stimmt und hilft
uns somit, unsere Gesundheit zu schützen und zu erhalten.
Wenn wir mit der Hand versehentlich
auf eine heiße Herdplatte fassen, reagieren wir auf den
jähen Schmerz in Bruchteilen von Sekunden. Noch bevor wir
das Geschehen richtig wahrgenommen haben, ziehen wir die Hand
automatisch zurück. Bei Knochenbrüchen, Bänderrissen
oder nach Operationen zwingen uns Schmerzen zur Ruhe, damit
die Verletzungen oder Wunden besser heilen können. Oft
handeln wir oder schonen uns erst, wenn wir Schmerzen verspüren.
Der Weg zum Zahnarzt
wird daher in den meisten Fällen erst bei akuten Schmerzen
angetreten.
Jeder Mensch empfindet Schmerzen unterschiedlich.
Auch die körperliche und seelische Verfassung spielt dabei
ein Rolle. So nehmen wir unter Stress
Schmerzen nicht immer sofort wahr. Direkt nach einem Unfall
zum Beispiel verspürt man trotz Verletzung oft keine Schmerzen,
da der Körper unter Stress oder Schock steht. Erst wenn
die Stresssituation vorüber ist, tritt der Schmerz in seiner
vollen Intensität auf. Auch diese Reaktion hilft uns, Stresssituationen
und Gefahren sicher zu bewältigen.
Die Intensität der Schmerzwahrnehmung
wird neben den körperlichen Vorgängen stark von unseren
Gefühlen und Sinnen beeinflusst. Rückkoppelungsprozesse
zwischen Schmerz, Befinden und Anspannung beeinflussen die Schmerzempfindung.
Es entsteht eine Art Regelkreis: Ausgeglichenheit, Lebensfreude
und innere Ruhe wirken entspannend und machen Schmerzen erträglicher.
Sorgen, Unruhe und Angst dagegen führen zu Verspannungen
die Schmerzen
unerträglich machen können.